Vom Reisen und dem ersten Abschied

Samstag, 24.05.2014

So jetzt ist es amtlich. Wir haben Sommer. Bis dorthin war es allerdings eine ziemliche Achterbahnfahrt. Anfang Mai sind die Temperaturen noch einmal ziemlich abgerutscht und haben uns sogar eine dünne Schneeschicht beschert, was zu einer recht obskurren Kombination von starkem Schneefallund Licht um halb elf führte. Dieses Bild ist vom 4.5. Anschließend setzte sich weiterhin einer der kältesten Mais aller Zeiten durch, bis dann letzte Woche endlich der Sommer verkündet hatte, der auch die finnische Pünktlichkeit zu eigen hat. Wenn der Sommer angekündigt wird, dann kommt er auch, es kann nur passieren, dass er nicht lange bleibt, aber noch gefällt es ihm hier. Zusätzlich zur neu erworbenen Wärme, erfreut uns schon seit einiger Zeit die Tatsache, dass die Sonne kaum noch untergeht. Auch um 11 ist es noch nicht wirklich dunkel und morgens steht die Sonne schon hoch am Himmel, egal wann ich aufsteh. Allerdings bin ich, wie einige wohl noch wissen, nicht so der König der Frühaufsteher. Obwohl ich somit nur einen Teil des verfügbaren Lichtes aufnehme, bemerke ich doch erstaunliche Auswirkungen, zumindest weitaus deutlichere als noch im Herbst, als das Licht immer weniger wurde. Ich komme recht selten vor elf ins Bett, da mein Kopf die Begriffe Sonne und schlafen nicht so ganz verbindet. Müde bin ich trotzdem nicht mehr als sonst, da man bei mehr Licht anscheinend tatsächlich weniger Schlaf braucht.

 Es hat sich aber nicht nur bezüglich der Länge der Sonnenstunden etwas getan. Zunächst wurde hier der erste Mai, Vappu, gefeiert. Viele Familien veranstalten an diesem Tag Picknicks und zumindest in den größeren Städten feiern viele Studenten auf den Straßen und haben dabei ihre typischen Abiturientenmützen auf, die ein bisschen wie Kapitänsmützen aussehen. Von solchem trubel habe ich eher wenig mitbekommen. Unsere Schule wurde geschmückt, ähnlich wie in Deutschland bei Fasching mit Luftschlangen und Luftballons, und zum Essen gab es Sima und Munkki (Donuts oder ähnliches). Sima ist ein Getränk aus Hefe, Zucker, Wasser und Zitrone. Durch die Hefe gärt das Ganze und hat einen geringen Alkoholgehalt (unter 1%), den man aber meiner Meinung nach zu stark schmeckt. Es gibt aber wohl auch komplett alkoholfreie und somit sehr süße Varianten.

Die Woche nach dem ersten Mai hatte ich dann sehr spontan frei. Unsere Schüler waren auf einer Art Klassenfart und somit gab es für mich nichts zu tun. Blöderweise habe ich das erst ein paar Tage vorher erfahren. Wahrscheinlich war das einfach ein Missverständnis, ich habe gedacht, dass ich einfach bei einem Familienkurs mithelfen würde. Alle anderen sind davon ausgegangen, dass ich wüsste, dass ich Urlaub hab, da meine Mitfreiwillige für die Woche auch schon eine Reise geplant hatte. Bei mir war das leider nicht der Fall. Zuhause rumsitzen musste ich trotzdem nicht. Ich bin zunächst drei Tage nach Turku gefahren und habe mich am Wochenende mit einer Freundin in Helsinki getroffen. In Turku habe ich mir am ersten Tag nochmal die Innnenstadt angeguckt und diesmal auch bei besserem Wetter als beim letzten Mal. Ohne es ganz zu merken, bin ich dann doch wieder ziemlich viel gelaufen, sodass ich abends dann recht füh  ins Hostelbett fiel. In Turku am Fluss Am nächsten Tag war das Wetter zum Glück immer noch vorzeigbar, sodass ich erst Richtung Festung gelaufen bin. Festung von Turku und nocheinmal von der anderen Seite Aufgrund des Wetters hatte ich aber keine Lust mich in meist recht feuchte Burgmauern zu begeben und bin durch den Hafen gelaufen, da ich die Hoffnung hatte, dass man von dort irgendwie Richtung Schären oder so kommt. Kunst im WasserNach nach einem recht langen Fußmarsch war ich  auf Ruissalo. Die wohl größte Schäre vor Turku, über eine Brücke zu erreichen, auf der hauptsächlich Ferienhäuser stehen. von der Brücke nach Ruissalo Dort bin ich dann ein bisschen am Wasser und im Wald entlanggegangen und habe den Sonnenschein genossen und mir zumindest kurzzeitig ganz viel geld für so eine Sommervilla mit eigenem Badehaus gewünscht. auf Ruissalo schade, dass es zu kalt zum Baden war endlich wieder am Meer gleich kommt das Drehteam für den Inga-Lindström-Film Feriengefühl Wald gab es auch weitere FrühlingsbotenNachdem meine Füße mal wieder recht plattgelaufen waren, hatte ich mit noch was zu Essen gekauft und mich dann am Dom an den Fluss gesetzt und gepicknickt. Anschließend bin ich noch kurz in den Dom, der schon vor über 700 Jahren geweiht wurde und so auch Innen diese Mischung aus kalten Mauern und gewisser Ehrwürdigkeit ausstrahlt. Hinterher habe ich noch der Bücherei einen Besuch abgestattet und mich einfach in eine der vielen Lesecken gesetzt. Büchereien sind hier schon echt toll, die meisten sind im Verhältnis zu der Größe der Stadt riesig, es gibt extrem viele Sofaecken, aber auch Tische mit guter Beleuchtung zum Zeitung lesen oder recherchieren, sehr viele fremdsprachige Bücher und die Mitgliedskarte ist umsonst. In Turku war ich natürlich ohne Karte, aber da ich alle Bücher dort gelassen habe, hat das auch keinen gestört. Am nächsten Tag, der Mittwoch, bin ich dann morgens wieder nach Hause gefahren, wo ich dann nachmittags angekommen bin.

Nach zwei recht gechillten Tagen zuhause, habe ich mich dann wieder auf den Weg gemacht, diesmal nach Helsinki. Begrüßt wurden wir vom Regen, der über Nacht zum Glück nachließ, sodass wir am Samstag erst die Felsenkirche angucken gucken und danach noch einen Ausflug nach Suomenlinna gemacht haben. Die Insel beeindruckt mich jedes MAl aufs Neue, leider lud dieses Mal das Wetter nicht so richtig zum Auf den Felsen ligen ein. Anschliessend ging es dann zu einem späten Mittagessen ins Studentencafe, wo ich tatsächlich mit einer Bahnschuelerkarte nur den Studentenpreis bezahlen musste. 2,60 Euro fuer ein warmes Essen mit Brot, Salat und Milch. Das aht mein Sparerherz dann doch sehr erfreut. Anschliessend haben wir beide noch ausgenutzt in einer Grossstadt zu sein und sind ein bisschen durch die Läden geschlendert. Den Abend haben wir dann ruhig im Hostel ausklingen lassen. Sonntag ging es fuer mich dank meiner guten Busverbindungen dann wieder recht frueh nach hause. ;) Und es hat sich mal wieder gezeigt, dass man nicht unbedingt immer zu cool sein sollte. Als ich mich dann doch eher kurzfristig auf dem Weg zum Ticketschalter gemacht habe, nahm der meine Bankkarte nicht, also zum nächsten, Karte funktioniert wieder nicht. Dann, ich hatte noch vier Minuten bin ich doch zum Ticketschalter, dort ging dann alees recht glatt, Leider hatte das Ganze zur Folge das ich regelrecht zum Zug rennen musste und auch die verabschiedung sehr kurz ausfiel. Als ich dann in Seinäjoki angekommen war, ist mir aufgefallen war, dass aufgrund des Muttertages alle Geschäfte geschlossen waren und somit auch die Wahrscheinlichkeit bestand, dass der Bus nicht fuhr. Diese Angst hat sich zum Glueck nicht bewahrheitet. So war die Rueckfahrt leider von einigen Beinahe-Herzinfarkten gegenzeichnet. Danach begann dann eine ganz normale Arbeitswoche, die zugleich die letzte Schulwoche unserer Schüler war. Gefeiert wurde dies am Samnstag mit einer großen Abschlussfeier, auf der die Band einige Lieder gespielt hat, die schüler Zeugnisse bekommen haben und auch das Theater-Team ein Stück über einen Zirkus vorgespielt hat. Es war wieder echt beeindruckend zu sehen, wie viel die Schüler in diesen Bereichen können, da ich sonst oft auch sehe, wo sie Schwierigkeiten haben. Im Rahmen dieser Veranstaltung haben Merve und ich auch noch Abschiedsgeschenke bekommen: Handtücher von Marimekko, sowie ein Kopfkissenbezug von den Muumins. In Gewisser Weise war diese Feier so der erste Anfang vom Abschied hier. Mit vielen Schülern hatte ich jetzt neun Monate lang fast jeden Tag zu tun und kannte sie auch recht gut und wusste zum Teil, was sie mögen und was sie können.

Kevät on Suomessa ja ilma on ihana

Sonntag, 27.04.2014

Nachdem ich vor zwei Wochen noch immer mal wieder an die kurzfristige Rückkehr des Winters glauben musste, hat sich diese Angst mittlerweile verflüchtigt. Sei Ostern scheint fast pausenlos die Sonne und die Temperaturen klettern auch schon mal über 10 Grad. Vor Ostern gab es dann leider noch einige Dauer-Pladder-Tage und einmal sogar Schneeregen oder so. Hoffentlich ist dies nun alles vorbei und ich kann in meinen letzten Wochen noch so richtig Frühling und später vielleicht auch Frühsommer genießen.

Seit meinem Stockholmtrip ist zumindest bis Ostern nicht sonderlich viel passiert. In der Woche habe ich gearbeitet und an den Wochenenden habe ich teilweise geputzt, war in der Bücherei in Seinäjöki oder habe auch einfach nur gelesen oder Filme geschaut. Alles in allem recht unspektakulär. So weit das Wetter es zuließ, was eigentlich meistens der Fall war, ich bin ja etwas durch das norddeutsche Wetter abgehärtet, habe ich auch recht viele Spaziergänge unternommen. Zum Teil ist es schon ein komisches Gefühl mehrmals hintereinander alleine den gleichen Weg entlangzutrotten, aber ich halte es drinnen einfach nicht den ganzen Tag aus. Und so riesig ist unser Dorf leider nicht, das man auch bei größtem Matschwetter ewig viele Wege zur Auswahl hätte, die ohne Taucherbrille begehbar sind. So kenne ich nun unsere Hauptstraße ganz gut. Wer weiß, wozu das später gut ist. Außerdem ist Bewegung immer noch besser als keine Bewegung, egal wo.

Vor Ostern hatte ich noch reichlich Gelegenheit, die finnische Osterspeise schlechthin zu probieren: Mämmi, das ist eine Art Pudding aus Roggen, Malz und Sirup. Aussehen tut das ganze wie eine braune Pampe, schmeckt aber zumindest mir wirklich gut. Mämmi pur Gegessen wird Mämmi meist mit Vanillesauße oder Schlagsahne, allérdings scheiden sich am Geschmack auch hier in Finnland die Geister. Mämmi wird hier in Finnland schon seit gut 400 Jahren gegessen, Beschwerden über die zahl bitte direkt an Wikipedia. Ursprünglich wurde es Karfreitag gegessen, da man an diesem Tag aufgrund der Fastenzeit nichts Warmes essen sollte. Heute ist Mämmi keine Hauptmahlzeit mehr, sondern wird um und an Ostern eher als Nachtisch gegessen. und in Vanillesauße ersäuft

Weitere Osterbräuche habe ich leider nicht direkt mitbekommen, da ich Ostersamstag nach Helsinki gefahren bin, um mich dort mit meiner Mutter zu treffen. Ich habe da nur aus dem Busfenster viele als Hexen verkleidete Kinder gesehen, die anscheinend ähnlich wie in den USA an Halloween von Tür zu Tür mit Weidenkätzchen und Gedichten ziehen und dafür Süßigkeiten bekommen. Abends war wohl auch ein Osterfeuer geplant. Davon kann ich ja nichts berichten, da ich einfach nicht da. Außerdem war es wohl sowieso aufgrund von Wind ausgefallen.

In Helsinki haben Mama und ich dann eher das typische Touristenprogramm absolviert. Zu unserem Glück wurde auch pünktlich zum Ostersamstag der regen von der Sonne und Wärme abgelöst. Ostersonntag haben wir uns erstmal die Statd angeguckt. Zunächst ging es zum Dom, der Dom von Helsinkizur Holzkapelle am Kamppi, eine sehr kleine aber sehr schöne, komplett hölzerne und nüchtern wirkende Kapelle inmitten von Helsinki. die Kapelle von Innen Anschließend waren wir in der Felsenkirche, die quasi in einen Berg oder Fels reingebaut wurde und wo auch innen noch die Felsenmauern sichtbar sind. Später haben wir tatsächlich noch recht spontan den Strand oder einen der Strände gefunden, wo das gute Wetter auch sofort ausgenutzt wurde. am Strand Da habe ich auch wieder gemerkt, dass mich Städte am Meer wirklich extrem anziehen und wohl so schnell auch nicht loslassen. Anschließend haben wir uns dann im Hostel das typischste aller finnischen Essen, Spaghetti mit Tomatensauße gemacht ;). Am nächsten Tag sind wir noch ein bisschen am Hafen spaziert, wo schon recht viele Segler zu Wasser waren. alte Häuser am Hafen, hier ohne SchiffeDen Nachmittag haben wir auf auf Suomenlinna, einer Festung auf Inseln vor Helsinki,verbracht. Ursprünglich wurde die Festung im 18. Jahrhundert von den Schweden gebaut, da Finnland zu der Zeit schwedisch war. Um 1800 begann die Stationierung russischer Soldaten auf der Festung, Finnland war Teil des russischen Reiches. Seit der finnischen Unabhängigkeit war die anlage noch bis 1973 Stützpunkt der finnischen Armee, heute gibt es nur noch eine Marineschule und die Insel wird touristisch genutzt beziehungsweise bewohnt. Brücke zwischen zwei Inseln von Suomenlinna FelsenDie Inseln sind wirklich wunderschön, überall stehen noch die superdicken Mauern und auch einige Kanonen Ich stand vor der Mündung, man konnte durch das Fenster klettern die Mauern waren gefühlt 1,5 m dick Platz für Sonnenanbeter und dazwischen gibt es einen kleinen Strand, sowie Felsen, auf denen sich zumindest Ostern viele Menschen einfach zum Sonnen oder Lesen ausgebreitet haben, was inmitten eines Unesco-Weltkulturerbes etwas bizarr wirkt, zumal mal auch durchaus auf die Mauern klettern kann oder Ähnliches. Oft gibt es sogar Treppen, damit man auch gut zu den felsen kommt, um darauf herumzulaufen. Irgendwie hatte ich immer das gefühl das man in Deutschland eher Absperrungen anbringen würde, damit ja keiner zu den rgeht, als das auch noch zu vereinfachen. Der folgende Tag war leider schon unser letzter kompletter Tag in Helsinki. Nach einem kurzem Stadtbummel, Uspenski-Kathedrale sowie Mittagessen in einer Art Mensa und mit für Finnland echt okayen Preisen sind wir wieder nach Suomenlinna gefahren Teile der alten Festung, die irgendwie älter aussieht als 400 Jahre und da wir die Insel ja schon am Tag vorher erkundet hatten, haben wir uns einfach in die Sonne auf die Felsen gelegt und uns sommerlich gefühlt. auf diesen Felsen lagen wir Es gab auch immer wieder die Überlegung doch noch ein Museum zu besuchen. Allerdings hatte ein bedachtes Gebäude am ersten richtigem Frühlingswochenende keine Chance Frühlingsboten auf Suomenlinna. Auf dem Markt bekam ich dann auch noch die Gelegenheit mein Finnisch zu testen, indem ich einen Kaffe bestellt habe. Ich war ganz erfreut, dass ich tatsächlich alles verstanden hatte und wir so Kaffee mit Milch und warme Reispiroggen hatten. Danke auch an die fremde Verkäuferin, die sich darauf eingelassen und mit mir Finnsich geredet und nicht sofort in Englische gewechselt ist, wie es gerade in Helsinki auch öfters passiert. Am Mittwoch mussten wir dann leider beide aufbrechen und so war ich nachmittags schon wieder zu Hause. Dort erwartete mich eien kurze Arbeistwcohe und ein wettertechnisch sehr schöner Samstag. Gestern bin ich einen Weg gegangen, an dem ich nicht so oft war. Es war ja trocken und irgendwie wurde es immer wärmer, sodass ich schlussendlich sogar mit hochgekrempelter Jeans unterwegs war. Hinterher habe ich mich noch hinterm Haus zum Lesen auf die Wiese gelegt, sowie ausprobiert, ob man schon mit kurzer Hose laufen kann. Es geht, sogar ohne großflächige Erfrierungen. So kann das Wetter gerne bleiben. Heute verleif mein Tag nach der gestrigen Beweungs- und Frischluft Großdosis eher ruhig und innwändig. allerdings möchte ich mich damit verteidigen, dass es etwas bedeckt ist und ich auch schon fast eine Stunde draußen war, wobei mich hoffentlich noch zu mehr aufraffen kann. Zeitdruck habe ich dabei zum Glück nicht. Die Tage sind schon sehr lang und gestern fand ich es auch um kurz vor Zehn noch nicht ganz dunkel.

Mein Finnisch konnte ich übrigens nicht nur beim Kaffeekaufen testen. mit den Schülern rede ich schon länger Finnisch, auch wenn es meistens nur einfache Anweisungen und Mini-Sätze und noch keine Gespräche sind. Immerhin werde ich meistens verstanden, nur ein Schüler glaubt, dass ich Schwedisch rede. Eine Sprache, die ich wirklich nicht beherrsche. Neu ist, dass ich auch immer öfter von Erwachsenen auf Finnisch angesprochen werde. Manchmal stehe ich noch rum und verstehe nichts, manchmal verstehe ich alles und oft verstehe ich etwas und errate den Rest. Auch wenn das vielleicht albern klingt, ich war doch etwas stolz, als ich auf Nachfrage und mit Hilfe erzählen konnte, dass ich in Deutschland noch zur Schule ging und im Herbst wohl anfange zu studieren, und dass ich noch nicht weiß was. Auf Finnsich waren die Sätze natürlich simpler aber der Inhalt war der Gleiche. Auch auf die Frage, was ich Ostern mache konnte ich zumindest antworten. So bin ich, auch wenn ich mir anfangs mehr erhofft hatte recht zufrieden mit meinen Sprachkennntisse. Vor allem wenn man bedenkt, dass ich ein faulheitsbedingtes Selbstexperiment durchführe und die Sprache abgesehen von dem wöchentlichem Sprachkurs nur durch Hören und Probieren im Alltag lerne. Erst wollte ich ja lernen, dann kam ich nicht dazu, mein Finnsich wurde trotzdem besser und dann fand ich es auch spannend zu sehen, wie gut oder schlecht das ohne viel klassiches Lernen funktioniert. Komplett ohne Sprachkurs wäre mein Finnsch aber wohl doch schlechter, da es doch hilft, die grammatischen Hintergründe zu kennen und dann im alltag wieder zu treffen. Sonst wären viele Sätze wohl weiterhin ein Rätsel. Es ist aber auch sehr gut möglich, dass ich mit Lernen von Vokabeln und so, noch mehr könnte.

Frühling

Montag, 31.03.2014

Endlich ist hier auch eingetreten, was ihr in Deutschland schon lange habt. Sonne und Temperaturen um die 10 Grad. Angefangen hat alles, als wir letztes Wochenende in Stockholm waren. Als ich Donnerstag hier losgefahren bin, lag noch Schnee und auch aus meinem Plan, mir Turku anzusehen, bevor die Fähre losfurhr, wurde nur bedingt etwas wegen Schneefall. Zunächst war ich noch wacker und der Schnee auch nicht so dicht, so dass ich ein bisschen am Fluß, sowie zum Dom gelaufen bin Im Sommer würde ich diesem Männchen gerne Gesellschaft leisten... Am Fluss der Dom . Der Dom war zur Besichtigung leider nicht freigegeben, da ein Film mit Schafen gedreht wurde. die Schauspieler Die Stadt gefiel mir trotz des suboptimalen Wtters sehr gut, im Gegensatz zu vielen anderen finnischen Städten gibt es viele ältere Häuser und später in der Innenstadt auch einen recht großen Markt. Gerade am Fluß ist es im Sommer bestimmt auch sehr schön. Leider war ja nicht so ganz Sommer und der Schnee wurde auch immer stärker, sodass wir, dann als die anderen drei Freiwilligen ( 2 Deutsche und ein Rumäne) beschlossen, unsere Besichtigungstour auf die Einkaufszentren zu verlegen. Abends sind wir dann zum Fährhafen gefahren, von wo dann gegen neun unsere Fähre nach Schweden ablegte. Da wir alle recht müde waren, gingen wir dann auch zügig zu Bett. Glücklicherweise hat das Schiff auch kaum geschaukelt. Als wir aufwachten fuhr das Schiff gerade durch den Schärengarten vom Stockholm, was bei wieder ein akutes Saltkrokansyndrom mit der Sehnsucht einmal dort einen Sommer zu verbringen auslöste. Dies war auch schon viel besser vorstellbar als in Turku, da die Sonne bereits anfing zu schienen und es auch eher warm war. In Stockholm ging es dann nach kurzem Fußmarsch ins Hostel, Taschen abgeben. Anschließend haben wir uns die Altstadt angeguckt und ein Cafe gesucht, was dann doch noch bis halb zehn gedauert hat. Nicht das es keine Cafes gab, aber viele waren morgens um kurz nach sieben entweder noch zu oder waren recht teuer. Die Altstadt war so früh morgens dafür schön leer und worklich sehenswert.  Es gibt super viele kleine Gassen, bunte Häuser und viele interessante Schaufenster, vielleicht ein bisschen wie in Lübeck nur auch besser in Schuss. Häuser in der Altstadt das war noch eine breitere Gasse die finnische Kirche Nach den fast drei Stunden Herumgelaufe hatten wir im neueren Teil der Stadt doch noch ein schönes Cafe gefunden, ab einem gewissen Hungerstatus sieht man auch die Preise nicht mehr so gut. Anschließend sind wir zurück Richtung Altstadt gegangen, um uns den Königspalast  an zugucken. Der Palast von außen Wachwechsel mit Flagge Unterwegs haben wir noch bei zwei oder drei Kirchen haltgemacht. Hochzeitskirche von Victoria und Daniel das parlament lag auf dem Weg Hinterher ging es dann zurück ins Hostel, wo wir gekocht ( heißes Wasser über Instant-Nudeln gießen) haben. Abends haben wir dann wieder unfreiwillig getestet, wie gut man sich in der Altstadt verfranzen kann. Es klappt sehr gut und erfordert in dieser Hinsicht keine besonderen Fertigkeiten. Schließlich haben wir dann doch noch den Abend in Cafe ausklingen lassen, bedingt durch die schwedischen Preise war es ein eher kurzer Ausklang. Am nächsten Morgen sind wir dann mit der Fähre zu einem Freilichtmuseum gefahren. Skyline vom Wasser ausgesehen eines von ziemlich vielen Schlössern Da das Wetter extrem gut war, haben wir dann auch den ganzen Vormittag und Mittag dort verbracht. Es war echt schön und sehr weitläufig. ein bisschen wie in Bullerbü altes Gutshaus Zum Teil fühlte man sich wie auf dem Land und dann konnte man wieder übers Wasser die Skyline von Stockholm sehen. Blick vom Freilichtmuseum Leider waren noch nicht alle Häuser auf, aber ich war auch so schon leicht erschlagen. typisch schwedisches Holzhaus Bär am Stiel nordische Tiere im Museum alter Krämerladen Mittags haben wir dann recht typisch Köttbullar mit Preiselbeeren gegessen, was hier echt gut schmeckt, da die Preiselbeeren ungesüßt sind. Danach bzw. schon im Museum hat sich unsere Gruppe dann getrennt. Ich bin mit einer der deutschen Mädchen zum Schloss Drottningholm gefahren, dem Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie. Schloss Drottningholm ich hätt mir auch diesen Palast zum Wohnen ausgesucht Schloss mit Wasseranbindung der chinesische Pavilllon im Park Da der Palast schon zu hatte und wir auch nicht so recht Lust hatten uns noch einen Palast von innen anzugucken, sind wir nur im wirklich großen Park spazierengegangen. Der König muss sich in einer recht blöden Situation befinden. Da hat er einen riesigen Garten, kann dort aber wahrscheinlich nur frühmorgens zum Joggen oder so nutzen, da sonst seine Untertanen rumlaufen, es gab dort nämlich echt viele Jogger. Eigentlich finde ich es echt gut, wenn so etwas nicht so abgezäunt ist, nur halt nicht, wenn ich mir vorstelle gerade König zu sein. Aber vielleicht geht der schwedische König auch nicht Joggen oder er braucht dabei nicht so viel Privatsphäre.

Nach diesem weiteren Tag, den wir hauptsächlich laufen und draußen verbracht haben sind wir dann recht früh ins Bett gefallen. Amnächsten Tag ist dann ein Teil von uns Sportmuseum gelaufen, ich nicht. Lisa und ich hatten uns entschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und in die deutsche Kirche zu gehen, wo auch der Gottesdienst auf deutsch war. in der deutschen Kirche Hinterher gab es die Überlegung, das Parlament zu besichtigen. Allerdings hat wieder einmal das Wetter gesiegt, sodass wir einfach am Wasser spazieren gegangen sind, bevor wir uns dann mit den anderen in den Kungshallen zum Essen getroffen haben. überall ist Wasser, hier mit Blick aufs Rathaus eine der vielen Brücken Dort gibt es 16 verschiedenen Restaurants und zumindest im Untergeschoss waren sie auch gut bezahlbar. Anschließend ging es dann wieder zurück zum Hafen und aufs Schiff. Unsere Kabine war diesmal kleiner, als beim letztenmal, sodass wir beim Schlafen Gesellschaft von unseren Rucksäcken bekamen und uns auch nur mit sportlichem Geschick zu zweit im Gang aufhalten konnten. Am nächsten Morgen ging es dann von Turku aus wieder nach Hause, wo es zum Glück auch recht frühlingshaft war. Bis auf ein bisschen Schnee ist das auch bis jetzt so geblieben. Wärmer könnte es vielleict sein, aber Sonne ist auch schon was schönes. So übe ich mich halt in Geduld. In der letzten Woche habe ich nicht wirklich was besonderes gemacht, sondern auch mal genossen, zu Hause zu sein. Mal schauen, wie lange es dauert, bis mir die Decke auf den Kopf fällt. Letztes Wochenende habe ich etwas geputzt, durch meine Reiserei musste Merve mehrmals meine Wochen übernehmen. Außerdem war ich noch recht lange spazieren. Eigentlich wollte ich nur einen Baggersee suchen, das war bloß weiter als gedacht und die Strecke war sehr kurvig und eigentlich wollte ich immer nur hinter die nächste Kurve gucken. Blöd, dass da so viele Kurven waren. Deshalb war ich dann letzten Samstag auch etwas müde abends. Bei der Arbeit hat sich mittlerweile auch mein neuer Stundenplan eingependelt. Nur in einer Stunde war ich noch nie, da entweder ich oder die Lehrerin nicht da war. Anfangs war ich da noch im Kochunterricht und sonst hatte ich mir auch selbst was gesucht. Mal schauen, wie das dann wird. Ansonste´n gibt es natürlich immer wieder Momente, wo niemand auf mich hört oder ich irgendwie nicht so schnell schalte. Ich habe aber gelernt, so etwas einfach abzuhaken. Beim nächsten Mal klappt so etwas dann meistens viel besser und eigentlich bin ich im großen und agnzen recht zufieden mit mir, ich hoffe, alle anderen sehen das ähnlich. In solchen Momenten merke ich aber auch, dass ich das, was ich jetzt mache, wohl später nicht beruflich machen möchte. Bezüglich meiner Finnischkenntnisse gibt es weiterhin wohl kleine Fortschritte. Ich habe den Eindruck, dass mehr Leute mit mir auf Finnisch reden und in der Regel kann ich zumindest erraten, was ich tun soll. Leider noch nicht immer, und ich kann nicht beurteilen, wie viel wirklich auf Sprachkenntnisse und wie viel auf Kenntnis der Abläufe zurückzuführen ist. Es gab auch schon Versuche, mit mir auf Finnisch über meine Zukunft zu reden. Immerhin konnte ich sagen, dass ich wohl studieren werde, nein nicht auf Lehramt, aber es sonst nicht so genau weiß. Wie korrekt meine Antworten sind, weiß ich nicht, ich habe aber die betreffenden Wörter zu Hauptsätzen zusammengefügt.

Mulla oli loma ja mä olin lappissa

Dienstag, 18.03.2014

Ich habe es tatsächlich geschafft, ich war in Lappland, genauer gesagt in Kuusamo. Skischanze in Ruka/KuusamoWenn man es genau nimmt gehört das wohl auch schon nicht mehr zu Lappland, da es zu sehr im Süden liegt. Ich persönlich ziehe es aber vor, dass ganze nicht ganz so genau zu nehmen. Meinem Empfinden nach ist man schon sehr weit im Norden, wenn man von Mittelfinnland noch mal sechs Stunden nach Nordosten fährt. Zu Verdanken hatte ich diese Gelegenheit der Chefin einer Freundin, die sie mit in den Skiurlaub mitgenommen hat und iht erlaubt hat noch eine Freundin mitzunehmen. So bin ich dann mit weitesgehend fremden Leuten mitgefahren, keine Ahnung, ob ich das vor einem halben Jahr auch schon gemacht hätte, aber jetzt war ich einfach froh über die Möglichkeit. Zu allem Überfluss wurde ich auch noch eingeladen, keine Ahnung wie mir das passieren konnte. Sonst passiert das ja immer den anderen, und nun war ich plötzlich die anderen.

Die Familie hatte eine kleine Hütte gemietet, in der wir dann zuerst zu viert und dann, als die Kinder der Chefin kamen, zu siebt gewohnt hatten. Unser Mökki Die nähere Umgebung war etwas anders, als ich mir das von Lappland vorgestellt hatte. Wir waren nämlich in einem richtigem Skigebiet mit Berg mittendrin. Dementsprechend gab es in der Nähe der Pisten auch viele Hotels und Restaurants und menschenleer war es dort natürlich auch nicht. Es wirkte alles aber trotzdem nicht übervölkert, sondern eher angenehm belebt. Während der Woche hatte ich auch die Gelegenheit Skilanglauf auszuprobieren. Wir sind eigentlich jeden Morgen für zwei Stunden Skigefahren, anfangs fiel mir das noch schwer und ich hin, aber nach einiger Zeit kam ich zumindest vorwärts ohne die ganze Gruppe aufzuhalten. Auf dem See habe ich meine ersten Skiversuche gemacht Nur mit Hügeln hatte ich als Flachländer bis zum Schluss meine Probleme. Solange der Ski in der Loipe bleibt, ist alles gut. Ist die Loipe allerdings etwas unförmig, entwickelt der Ski recht schnell ein Eigenleben, zumindest bei mir, sodass ich öfters mal ne Kurve nicht ganz bekommen hab. Durch den Schnee fiel man zum Glück recht weich. In der Regel hatten wir die Gelegenheit während der Skitouren in einem Kafee oder so halt zu machen. Einige hatten dort auch Rentiergehege. Rentiere noch ein RentierNach dem Skifahren, waren wir dann oft dann gemütlich in der Hütte, haben gelesern, ferngeschaut und waren in der Sauna. Manchmal haben wir auch gespielt, vor allem Uno hat sich da als sehr kommunikatives Spiel herausgestellt und zwar in drei Sprachen, finnsich, englisch und deutsch. Montag waren wir in einem Lokal, wo wir eine lappische Spetialität probiert habe: Muikku, kleine Fische die frittiert und anschließend im ganzen mit Kopf gegessen werden. Muikku Es schmeckt sehr gut, wenn man nicht daran denkt, dass das Essen die Möglichkeit hat, einen anzugucken. Im Laufe der Woche habe ich auch noch Rentier gegessen. Der Geschmack war aber so normal, aber sehr lecker.  Dienstag war die Loipe dann zum Teil so vereist, dass wir verfrüht umgekehrt sind, um anschließend mit dem Auto in den Oulanka-Nationalpark zu fahren. Eine Oulankanationalpark Der halbvereiste Fluss Rote Felsen im Nationalpark die gegenüberliegene Flussseite Oulanka Oulanka Dort sind wir dann am Oulanka, einem Fluss spazieren gegangen und haben dann an einer Feuerstelle Würstchen gegrillt. Was für mich ein ziemliches Abenteuer war, gehört für viele Finnen einfach dazu uns trafen wir auch schon andere Familie am Feuer. Am nächsten Tag haben wir dad Gegrille dann noch während des Skifahrens wiederholt und wieder waren wir natürlich nicht die einzigen. Wir grillenGestärkt durch die Würstchen sind Johanna, der Mann von Johannas Chefin und ich dann noch weitere 9 km gefahren, sodass wir dann insgesamt 14km gefahren sind. Ich weiß für die meisten Skifahrer ist das nicht viel, aber ich stand zu dem Zeitpunkt erst vier mal auf Skiern und hatte daher das mit der höhereh Geschwindigkeit noch nicht ganz so raus. Hinterher waren wir dann alle recht angenehm erschöpft und hatten uns die Sauna auch verdient. Beim Skifahren ist es auch gar nicht mal nur die Bewegung die müde macht, sondern eher die Komnination mit frischer Luft und Kälte. Zum Glück gehe ich regelmäßig laufen, so hatte ich zwar nicht die richtige Technik,konnte aber recht lange durchhalten. Donnerstag ist dann das Abfahrtfieber ausgebrochen, nur ich war immun und bin dann alleine langlaufen gegangen. ein vereister See ein Bach neben der Loipe Die Entscheidung fiel etwas gezwungenermaßen. Zum einen wäre die Geschichte mit Skikurs, Klamotten sowie Pass recht teuer geworden, außerdem wurde mir recht unverblümt mitgeteilt, dass ich wahrscheinlich recht lange zum Lernen brauchen würde, im Gegensatz zu Johanna, die bereits öfters Langlaufen war und auch Berge ohne Loipe mit Langlaufskiern runtergekommen ist. Im Nachhinein bin ich über diese Entwicklung recht foh, so hatte ich die Gelegenheit Langlauf weiter zu üben und hatte am Ende nicht das Gefühl zwei sachen angefangen und nichts vollendet zu haben. Beim SkifahrenFreitag war dann der beste Skitag von allen. Zusammen mit dem mann von Johannas Chefin bin ich zunächst 4km zu einem Kafee gefahren und anschließend wieder zurück. An dem Tag hatte es auch geschneit, sodass der Ski wirklich wie geschmiert lief und wir zweimal beschlossen hatten noch etwas weiter zu fahren. Dadurch ließ sich die Kilometerzahl an diesem tag nur schätzen, es sollen aber so 13 km gewesen sein, für die wir, wieder nur geschätzt, so 1,5-2h gebraucht hatten. Im Vergleich Vortag wo ich für 7km auch 2h unterwegs war, war dann das recht schnell. An diesem Tag kam mir das Skifahren, fast wie Fliegen oder so vor, man gleitet einfach durche die weiße Landschaft. Donnerstag und Freutag abend waren wir dann noch jeweils in einer Bar. Freitag ist dort die finnische Stimme von Spongebob Schwammkopf aufgetreten und hat gesungen, allerdings mit normaler Stimme. Samstag ging es dann auch schon wieder nach Hause. Alles in allem war die Woche sehr schön und entspannend, und es war angenehm mal wieder in einer Familie zu sein, auch wenn es nicht die eigene war, wo jeder gemacht hat, wozu er oder sie Lust hatte und man aber trotzdem zusammen in einem Raum war. Außerdem habe ich nochmal so richtig Winter gehabt, hier war nämlich in der Zwischenzeit sämtlicher Schnee weggetaut und von Frühling die Rede. Bis heute, da hat es dann noch mal kräftig geschneit. Eigentlich wollte ich auch versuchen die Landschaft beim Skifahren zu beschreiben, aber ich denke, ich zeige lieber Fotos. Geschwafel taucht in diesem Text schon genug auf.

Herausforderungen

Sonntag, 23.02.2014

Wie im letzten Eintrag schon angekuendigt, hatte ich Anfang Februar die Wohnung fuer zehn Tage ganz fuer mich. Gluecklicherweise hat sich keine Langeweile eingestellt. Ich habe es vielmehr genossen, mich etwas auszubreiten und auch ohne schlechtes Gewissen nachts fernzusehen oder nicht direkt abzuwaschen. Gluecklicherweise habe ich es aber dann doch geschafft, die Wohnung nicht völlig verkommen zu lassen ;). Merve ist zumindest nicht rueckwärts wieder aus der Tuer gestolpert. Und wer mich kennt, weiss auch, dass ich mich in totalem Dreck auch selbst nicht so wohl fuehle, daher ging die Chaosverbreitung sehr begrenzt vonstatten. Ich habe in diesen tagen auch gemerkt, dass ich fuer später auch gut vorstellen kann, später gerne alleine zu wohnen. Ich komme zwar nach wie vor gut mit meiner Mitbewohnerin aus. Allerdings haben wir nicht so sehr viel gemeinsam und machen dementsprechend auch eher weniger zusammen. Wenn es dann mal dazu kommt, dass wir zusammen Fernsehen ist es in der Regel auch immer echt nett und es entsehen auch gute Gespräche. Wie angedeutet kommt das aber eher selten vor. Daher leben wir oft nur nebeneinander her. Auch wenn das vielleicht jetzt ein bisschen nach Jammern klnigt, ich weiss auch, dass ich es wirklich schlimmer sein könnte. Wir werden zwar vermutlich keine guten Freund mehr, aber unsere Wohnung ist sauber und wird regelmässig von uns beiden geputzt, nachts ist es im allgemeinen ruhig und rumliegen tut tendenziell eher mein Kram. Zusammenfassend wuerde ich sagen, dass ich es dafuer, dass wir einfach so zusammen gepackt wurden, schon Glueck mit unserer Wohngemeinschaft habe.

Ansonsten hatten wir in den letzten zwei Wochen jeweils einen Familienkurs an der Schule. Vom ersten habe ich eher wenig mitbekommen, da der normale Unterricht parallel weiterlief. Nur in der Kueche habe ich die dreissig bis vierzig Teller mehr schon gemerkt. Letzte Woche war dann nur der Familienkurs da. Merve und ich haben die Geschwisterkinder bei ihrem Programm begleitet, wobei diese Gruppe in Schul-und Kindergartenkinder unterteilt war. Am ersten Tag bin ich mit den grösseren mitgegangen. Leider war dort wirklich nicht viel zu tun. Bei drei Mitarbeitern ausser mir und fuenf Kindern auch nicht ganz verwunderlich. Am nächsten tag war ich dann bei den Kleinen, was mich sehr angenehm an Kindergottesdienst- und Babysitterzeiten erinnert hat. Mittwoch bin ich dann eher recht nutzlos mit den Grossen mitgegangen, Donnerstag bin cih dann einfach irgendwann mit zu den Kleinen gegangen. Die Woche war zwar an sich nicht anstrengend, schwer war nur, dass wir mit Leuten zusammnegearbeitet haben, die wenig Englisch sprechen und auch mit uns wenig anzufangen wussten. Zum Teil habe ich es ganz gut geschafft mir eigene Aufgaben zu suchen, einfach Kinder zum Händewaschen bringen und Ähnliches. Soetwas geht bei Kindergartenkindern natuerlich besser, daher habe ich mich in dieser Gruppe auch etwas nuetzlicher gefuehlt. Na ja so etwas uebt wahrscheinlich, in der jeweiligen Situation ist halt einfach recht unangenehm. Es gab in dieser Woche aber auch sehr schöne Momente, es macht einfach Spass mit dreijährigen Memory zu spielen oder zu puzzlen.

Dieser Beitrag wurde uebrigens wieder vom Schulcomputer geschrieben, wie man wohl auch an fehlenden Buchstaben merken kann. Eigentlich ahben wir seit ueber zwei Wochen sehr schnelles und gutes Internet bei uns zu Hause. Nachdem dieses Wochenende nur zweimal der Stecker vom Empfänger rausgezogen wurde, funktioniert es nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt. ich hoffe ur, dass ich nicht mehr oder weinger aus versehen einen falschen Knpf oder so beim wieder einstöpseln gedrueckt habe. Na ja zumindest sollte sich das Internet bald wieder normalisiert haben. Vielleicht liegts auch am Wetter, hier ist es doch recht windig, also so wie zu Hause an achtzig Prozent der Tage. Ansonsten liegt recht viel Schnee, es ist aber auch recht warm und daher vor allem sehr feucht. Nicht unbedingt mein Wetter. Aber auch ein Zeichen, dass es wohl mal Fruehling wird.

Der Winter ist da

Sonntag, 02.02.2014

Wie in der Ueberschrift angekuendigt nähert sich der Winter nach der Wärme Anfang Januar nun dem an, was man sich unter finnischem Winter vorstellt. Raureif extrem Die letzten drei Wochen war es extrem kalt, öfters mal -16 Grad und kälter. winterlicher Sonnenuntergang bei uns im Dorf Dieses Wochenende ist es etwas wärmer, dafuer haben wir jetzt endlich etwas mehr Schnee, sodass jetzt ca. 10 cm Schnee liegen. Erfreulicherweise konnte ich feststellen, dass meine Wintersachen zumindest bis jetzt dem finnischen Winter recht gut standhalten. Das ist kein Schnee, sondern gefrorene Luftfeuchtigkeit Auch Laufen gehe ich immer noch mehrmals die Woche. Gluecklicherweise gab es immer ein paar Tage mit -10 oder -8 Grad und bis -10 Grad geht Laufen ueberraschenderweise noch ganz gut. In diesem Haus ist meine Wohung  Zumindest bis jetzt konnte ich noch keine Folgeschäden feststellen. Ich bin auch nicht die einzige Verrueckte, auf meinen Streifzuegen treffe ich auch immer wieder einige Finnen.  Blick aus meinem Fenster auf den Reitstall

Ich habe in den letzten drei Wochen nicht nur das Wetter beobachtet, sondern war auch direkt hintereinander auf zwei Seminaren. Das erste fand vom 15.1.-17.1. fuer europäische Freiwillige in der Nähe von Helsinki statt. Dafuer sind Merve und ich einen Tag frueher zu Bekannten nach Seinäjoki gefahren, um dann am nächsten Morgen auch rechtzeitig den Zug nach Helsinki zu erwischen. Doert hatten wir dann ein sehr entspanntes Seminar, auf dem recht viel Deutsch gesprochen wurde, was bei gefuehlt mindestens einem Drittel deutschsprachiger Teilnehmer auch nicht besonders verwunderlich war. So bot sich die Gelegenheit, Bekanntschaften vom ersten Seminar zu vertiefen und auch lose Pläne zu schmieden. Gluecklicherweise hatten wir recht wenig Programm, sodass dafuer sehr viel Zeit blieb. Ich merke, dass es einfach leichter fällt, mit relativ unbekannten leuten mit einer gemeinsamen Muttersprache ins Gespräch zu kommen und sich auch intensiver ueber gemachte Erfahrungen auszutauschen. Wie wiet das tatsächlich an der Sprache liegt oder eher daran, dass viele der Deutschen einen recht ähnlichen Hintergrund haben und meistens gerade die Schule abgeschlossen haben und nun vor der Schwierigkeit der Berufswahl stehen, währen viele der Spanier schon ein Studium abgeschlossen haben und nun eher, vor dem problem haben, in ihrer Heimat eine  Arbeit zu finden. Diese Probleme, sofern man unseren Wahlueberfluss problem nennen darf, kann man nicht wirklich vergleichen.

Freitag Mittaf bin ich dann mit 9 anderen Freiwilligen zum Midterm-Meeting unserer Koordinierungsorganisation nach Tampere gefahren. Diese Organisation nimmt auch Freiwillige aus anderen Kontinenten auf, sodass dieses Seminar kulturell noch vielfältiger war. So war dieses Seminar auch viel lebhafter als das Erste, irgendwer hat zum Beispiel ständig gesungen oder Gitarre gespielt. Desweiteren wurde des Öfteren mein Humor in Frage gestellt, indem ich gefragt wurde, ob ich ueberhaupt mal Witze machen wuerde. Dies konnte ich guten Gewissens bejahen, das Problem ist nur, dass mein Humor aus teilweise recht trockener Ironie auf Englisch nicht so wirklich verstanden wird.

Sonnatg sind wir dann vom Seminar wieder nach Hause gefahren und wurden dann in Alavus von der Gastfamilie eines Mexikaners abgeholt, die uns dann noch zu seiner Willkommensparty eingeladen hatten. Dort waren dann mit einigen Austauschschuelern sowie uns Freiwilligen, es war noch ein Japaner dabei, insgesamt neun Nationen versammelt. Zusammne haben wir dann finnische und italiensche  Spiele gespielt, leieder waren Merve und ich von den ganzen Seminaren etwas muede.

Die darauffolgenden  zwei Wochen verliefen dann sehr normal. ich habe gearbeitet, war mehr  oder weniger viel Draussen und habe auch recht viel gelesen. Letztes Wochenende war ich wieder in Seinäjoki in der Buecherei und habe mich auch reichlich mit deutschsprachigen Buechern eingedeckt.Ohne Lesestoff wuerde ich mich wohl echt langweilen. Zumal wir immer noch kein Internet in der Wohnung haben. Mittlerweile ist das echt ein bisschen nervig, gar nicht so das fehlende Internet, wir duerfen ja die Schulcomputer nutzen, sondern eher, dass uns seit vier Wochen gesagt wird, dass es bald fertig sein wird. Anfang dieser Woche soll es nun endgueltig so weit sein. Ich hoffe mal das es stimmt. Skypen geht mit den Schulcomputern nämlich nicht, und das wuerde ich doch ganz gerne mal wieder machen.

Letzten Freitag habe ich mich an Dampfnudeln gewagt und fuers erste Mal wars gar nciht so schlecht, nur das mit dem Dämpfen im Topf klappte nicht so ganz. Eigentlich sollen die Teigbälle mit etwas Fluessigkeit im Topf sein, die Fluessigkeit soll dann verdampfen und die Teigbälle sollen unten eine Karamellkruste bekommen. Leider hat die Fluessigkeit dann doch gekocht, und ist auch nicht ganz verdampft, dafuer hat sich zwar eine Kruste gebildet, nur ist die im Topf kleben geblieben. Weingsten sind die Dampfnudeln gar geworden und so drei hatten auch ein bisschen Kruste. Ach ja geschmeckt hats auch. Gestern war ich dann wie gesagt in Seinäjoki. Anschliessend hatte ich dann die Wohnung fuer mich. Meine Mitbewohnerin Bekommt Besuch von ihrer Schwester und trifft sich mit ihr fuer einige Tage in Helsinki. Heute Morgen habe ich dann den fälligen Wohnungsputz erledigt und war sogar noch laufen. Heute Abend werde ich dann Sherlock gucken. Die Finnen sind dadurch, dass nur untertitelt wird, etwas schneller als die Deutschen, sodass hier schon die drite Staffel laäuft. Leider habe ich die erste Folge vor zwei Wochen verpasst und heute kommt schon die letzte. So das wars fuer heute und ich sende noch letzte Gruesse zurueck nach Deutschland, wo ja mittlerweile auch Winter sein soll. Mein neues Zimmer, leider nicht ganz aufgeräumt

Ein Frohes neues Jahr

Samstag, 11.01.2014

Im Vorweg muss ich mich wohl dafuer entshuldigen, dass ich so lange nichts mehr berichtet habe. Ich hoffe, ich schaffe es nun, alle Ereignisse einigermassen chronologisch wiederzugeben. Vor Weihnachten konnten wir einige typische finnische Weihnachtsbräuche miterleben. So fand in der Schule eine Auffuehrung von fuenf Männern statt, die die drei Könige, Herodes und den Stern darstellten und sich singend vorstellten. Leider habe ich nicht so richtig viel verstanden. Am Wochenende darauf war dann ziemlich viel los. Zum einen sind wir in eine andere Wohnung auf dem Schulgelände gezogen, da so wohl Heizkosten gespart werden. Leider war es dort zum Teil etwas dreckig, vor allem in den Schränken und Plätzen, wo routinemässig nicht geputzt wird. Am Ankunftstag war ich daher auch etwas fertig. Es ist nicht so richtig prickelnd, wenn man im Ausland ist und dann den Ort, wo man sich eingelebt aht und wieder heimisch fuehlt verlassen muss. Zumal es auch einige Zeit gedauert hat, bis ich mich in der alten Wohnung wie zu Hause gefuehlt habe und ich Angst hatte, dass es dieses Mal genauso sein wurde. Nachhdem ich dann aber mein Zeug eingräumt, etwas geputzt und Fotos an die wand gehängt habe, fuehlte sich auch das neue Zimmer wie ein Zuhause an. Es macht wohl doch mehr aus, wenn die restliche Umgebung und Ähnliches bleibt. An dem Wochenende waren ausserdem noch Freunde von uns in Seinäjoki, die wir dann am Samstag getroffen haben. Im gegensatz zu meiner Mitbewohnerin war ich allerdings so muede und kaputt, dass ich die Nacht dann doch lieber im eigenen Bett verbracht habe. Die Zeit alleine habe ich dann grösstenteils geputzt. Es gibt schönere Samstagabende, aber danach war wwenigstens das Gröbste erledigt. Am Sonnatg waren wir bei unserer Mentorin zum Essen eingeladen und haben Pfefferkuchen verziert. Anschliessend waren wir in der Kirche. in Finnland werden  um den dritten Advent herum traditionell in der Kirche Weihnachtslieder gesungen, dafuer an Weihnachten selbst wohl kaum welche in der Kirche. Einige der Lieder habe ich sogar wieder erkant, allerding war der Text wie aus dem Kopf gesaugt, da der finnische Text so präsent war. Erst habe ich deshalb nur zugehört und da das etwas öde war, habe ich dann angefangen auf Finnisch mitzusingen. Weil im Finnischen alles so ausgesprochen wird, wie mans schreibt, ging das auch ueberraschend gut. Die Woche darauf war schon die letzte Schulwoche vor Weihnachten. Ich hatte die Gelegenheit das traditionelle Weihnachtsessen, jouluruokoa, bestehend, aus Schinken, Salaten, Steckruebenauflauf, Mohrruebenauflauf und einer Art suesslichem Kartoffelpueree zu probieren. Kulinarisch hat mich das finnsiche Weihnachten durchaus uberzeugt, zumal es im Anschluss noch joulutortut, Blätterteigsterne mit Pflaumenmus gab. Am Freitag war noch die Weihnachtsfeier mit Aufuehrungen der Schueler, zu der auch viele der Eltern gekommen waren. Während dieser Feier haben Merve und ich jede eine Kette bekommen, was uns ziemlich ueberrascht und gefreut hat. Am Nachmittag hat uns dann unsere Support-Person besucht und wir haben zusammen Tee getrunken. Das anschliessende Wochenende war dann recht ruhug, wir waren die einzigen auf dem Schulgelände. Am Sonntag bin ic dann zu einer Freundin nach Tampere gefahren, von wo aus ich dann am Montag nach Bremen geflogen bin. Die Zeit mit ihr war schön, aber auch recht kurz. Am Montag wurde ich dann von ihrem gastvater sogar bis zum Flughafen und nicht wie gedacht zum Bahnhof gebracht. Der Flug war ruhig und recht unterhaltsam, da ich einen der Schueler, einen Halbdeutschen, getroffen habe, mit dem ich mich die meiste Zeit unterhalten hatte. Zwischedurch sass ich wie auf Kohlen, da der Flieger eine halbe Stunde Verspätung hatte und ich selbst nach Plan nur etwas ueber eine Stunde nach Landung gehabt hätt, um meinen Zug zu erwischen. Irgendwie stand ich dann aber doch rechtzeitig in Bremen am Gleis und bin dann wohlbehalten zu Hause angekommen. Die anschliessenden zehn tage waren sehr schön. Ich bin wohl doch irgendwie ein Familienmensch. Weihnachten war angenehm normal mit Krippenspiel und Fondue, sowie Ente und Weihnachtskonzert am 26. Von Oben kam zum Glueck mehr Licht als Wasser, sodass wir einige Stranspaziergänge unternehmen konnten. Am 3.1. bin ich dann zusammen mit einer Freundin zurueck nach Tampere geflogen und von dort aus mit dem Bus zu ihr. Nach einer kurzen Erschöpfungs und Ernuechterungsphase am Freitagaben hatten wir dann eins schönes Wochenende mit Kochen, Skatlernen und Spaziergängen. Seit Dienstag bin ich wieder zu hause in Finnland und seit Mittwoch arbeite ich wieder. Die Eingewöhnung in die Arbeit war recht leicht, weil meine Arbeitstage auch noch kuerzer waren als normal, wodurch ich einige Langeweile Anfälle hatte, die aber mit Sudokus und Freunschaftsbändern gestopft wurden. Heute war ich auch noch in der Buecherei und habe mir einiges an Buechern und Filmen, zum teil soagr auf Deutsch ausgeliehen.

Nächste Woche sind dann noch zwei Midtermmeetings, eines fuer europäische Freiwillige und ein anderes von unserer koordinierenden Organisation. Ich freue mich schon, andere Freiwillige wieder zu sehen.

P.s. Ich habe zur Zeit kein Internet in unserer Wohnung, daher musste ich diesen Eintrag im PC-Raum schreiben, wo es kein "ue" und kein "sz" gibt

Weihnachtsstimmung

Freitag, 06.12.2013

Nun sind es nur noch etwas mehr als zwei Wochen bis Weihnachten und ich bin auch schin seit einiger Zeit in Weihnachtsstimmung. Förderlich hierbei ist bestimmt auch, dass hier schon seit Mitte November Weihnachtsbeleuchtung hängt. Außerdem liegt nun auch seit gut zwei Wochen recht dauerhaft Schnee, was, wie versprochen, auch gegen die Dunkelheit hilft. Es ist zwar bisher nicht so schlimm, wie manchmal erzählt wird, aber langsam muss man Stunden mit Tageslicht echt suchen. Es wird so gegen neun hell und gegen halb vier ist es schon recht dunkel. Außer der Sonne beim Untergehen zuzuschauen, habe ich in den letzten drei Wochen aber auch noch andere Dinge gemacht.

Vor zwei Wochen habe ich mich mit anderen Freiwilligen in Tampere, der drittgrößten Stadt Finnlands, getoffen. Samstagnachmittag angekommen, habe ich mir ein bisschen mit zwei anderen Deutschen die Stadt angeguckt, Platz mit Rathaus und Thaeter in Tamperebis wir uns dann mit den anderen im Hostel getroffen haben. Dort wurde dann zwei Stunden lang erzählt und ausgetauscht, was man jeweils so an finnischen Besonderheiten entdecken konnte. Ich merke immer wieder, wie gut es tut dann einfach so reden zu können, vor allem mit Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind. Noch später sind wir dann als ganze Horde beim Geburtstag einer Supportperson einer Freiwiliigen eingefallen. Ich kannte sie zum Glück von einem der Seminare, sonst wäre es mir glaube ich ein bisschen peinlich gewesen. Dort haben wir uns dann sowohl untereinander weiter unterhalten, als auch mit den anwesenden Finnen. Sonntagmorgen bin ich dann noch mit drei Anderen in der Stadt herumgelaufen. Tampere wird auch Manchseter Finnlands genannt, das war aber so die einzige Fabrik Wir waren bei einer Art Weihnachtsmarkt, der allerdings für deutsche Verhältnisse doch eher klein war. Weihnachtsdorf in Tampere Außerdem haben wir uns noch den Dom von Außen, sowie den Vorraum angeschaut, Ganz hinein konnten wir wegen des Gottesdienstes nicht. Der Dom von Tampere Viel Zeit hatte ich leider nicht, da um 12 schon wieder mein Zug nach Hause ging.

Am darauffolgenden Montag wurde dann die Direktorin verabschiedet, daher herrschte in der ganzen Schule eine gewiise Unruhe und Aufgeregtheit. Morgens haben wir zunächst einigen Mädchen die Nägel lackiert und ähnliches und nach dem Mittagessen ging dann die offizielle Feier los, bei der auch ein oder zwei Minister anwesend waren, lieder konnte ich nicht verstehen, wer die Minister waren, geschweige denn, was sie selbst erzählt haben. Nach der Feier haben wir noch eine Belgierin getroffen, die selbst mal im Opisto Freiwillige war. Mittlerweilie aber Lehrerin in Finnland ist. Ihr Freiwilligendienst muss aber schon so zwanzig oder mehr Jahre her sein. Sie war nämich eher so mitteljung. Außerdem hat mir die zu verabschiedene Direktorin noch einen Marzipanstollen geschenkt, zunächst war ich recht perplex, da sie ihn mir in die Hand gedrüclt hat und weitergegangen ist. Danach habe ich mich aber gefreut und ich muss sagen, dass er unerwartet gut schmeckt.

Bei der Arbeit habe ich nun auch seit gut drei Wochen einen neuen Stundenplan. Zunächst waren wir etwas hilflos, da nur die Schüler nicht aber wir einen neuen Plan hatten, weil unsere Mentorin krank war. Zum Glück gab es die Stunden, in denen wir vorher waren zum Teil noch und sonst haben wir auch Lehrerinen gefragt, wo wir geglaubt haben, dass  sie Hilfe brauchen. Ich muss zugeben, dass ich hierbei zu Anfang meiner Zeit hier wohl noch größere Probleme gehabt hätte. Wahrscheinlich habe ich wohl schon ein bisschen dazugelernt. Nach ein paar Tagen haben wir dann aber auch unsere neuen Pläne bekommen. Ich bin jetzt unter anderem einen Vormittag lang in der Küche und darf Geschirrspülen, aber zum Glück mit Spülmaschine. Ansonsten bin ich recht zufrieden, da es nach ein paar Änderungen nun ziemlich viele Stunden für mich gibt, wo ich recht gut helfen kann. So gehe ich einmal die Woche mit zum Supermarkt, wo die Schüler dann kaufen, was sie benötigen und auch ein bisschen Süßigkeiten und ähnliches. Ich bin auch zweimal die Woche im Matheunterricht, was bisher überraschend gut läuft. Ich schaffe es sogar ein wenig auf Finnisch zu reden, allerdings sollte man nicht auf die Grammatik achten.

Finnisch verstehe ich streckenweise sehr gut, dann aber auch wieder gar nichts. Sprechen tue ich im Unterricht immer öfter. Mittlerweile habe ich bestimmte Sätze wohl auswendig gelernt. Ich bin aber immer noch hilflos, wenn ich áuf Fragen antworten soll. Das ist relativ unmöglich.

Letztes Wochenende war ich zunächst mit einer anderen Freiwillligen in Seinäjoki, wo wir einige Weihnachtsgeschenke besorgt haben. Danach sind wir zu ihr gefahren. Dort haben wir gekocht, einen Film geguckt und geredet. Sonntag habe ich mir dann noch die Stadt angeguckt, in der sie wohnt. Sie ist bedeutend größer als unser Dorf, aber immer noch eine Kleinstadt. Gestern hatte ich schon um 12 Feierabend, da heute Feiertag ist und viele Schüler nach Hause gefahren sind, sodass die letzten Stunden ausfielen. Die Zeit habe ich zum Kekse backen genutzt. Irgendwie habe ich es geschaff ein kleines Chaos zu verbreiten, aber das Ergebnis war absolut gut, man durfte nur nicht zu früh in die Küche gehen und mir zugucken. Heute ist Unabhängigkeitstag, den ich recht ruhig zuhause verbracht habe. Viele Finnen gucken sich die Feier im Präsidentenpalast an, die dieses Jahr allerdings in Tampere und nicht in Helsinki ist und daher etwas weniger formal ist. Man guckt dann zu, wie der Präsident seinen Gästen die hand schüttelt. Ich habe mir das einige Zeit angeguckt und es war schon faszinierend, wie wirklich viele Leute hereinkamen und feierlich gekleidet dem Präsidenten die Hand gaben. Die Kommentaren sagen dann immer, wer wer ist und woher er kommt. Es kommen Kriegsveteranen, Politiker, Prominente und Wirtschaftsgrößen und auch bestimmt andere wichtige Menschen. Ich habe mir aber nicht die ganze Veranstaltung angeguckt. Vermutlich ist es interssanter, wenn man einige Menschen kennt und den Kommentator besser versteht. Ich habe auch Finnen getroffen, die diesen Brauch selbst etwas merkwürdig finden, sich die Veranstaltung aber trotzdem jedes Jahr angucken.

Ich wüsche allen noch eine schöne Adventszeit und nicht zu viel Stress mit Weihnachtsvorbereitungen und auf diesem Weg nochmal Danke für alle Geburtstagsglückwünsche.

Langsam fängt die Reiserei an

Freitag, 15.11.2013

Seit dem letzten Blogeintrag ist relativ viel Zeit vergangen und somit auch einiges passiert. Am 30.11. war in der Schule Thementag  70er- und 80er-Jahre, da die Schule 40 Jahre alt wird. Die Schüler sind dann in kleinen Gruppen zu einzelnen Stationen gegangen und ich habe zusammen mit einer Lehrerin eine der Gruppen begleitet. Es gab eine kleine Ausstellung mit Kleidung, Geschirr und Ähnlichem und vor allem die Hütte waren echt zum Schießen. Bunte Muster waren wohl zu der Zeit in jedem Land modern. Außerdem gab es auch Karaoke mit Liedern aus der Zeit. Einer der Schüler wollte auch mit mir singen. Es waren allerdings alle Lieder in Finnisch und auch ohne Texteinblendungen, da war mir die Herausfordderung dann doch etwas zu groß. Abgesehen davon, dass ich auch auf Sprachen, die ich im Prinzip beherrsche nicht so richtig gern singe. Die anderen Stationen waren dann noch Weben und BAsteln. Nachmittags gab es dann noch eine Disko in der Turnhalle.

Das Wochenende darauf habe ich dann meine erste kleine Reise hier unternommen, die nicht zu einem Seminar führt. Ich habe andere Frewillige (2 Deutsche und ein Rumäne) in der Nähe von Jyväskylä besucht und dabei auch recht gute Busverbindungen erwischt, auch wenn ich für die ca. 150 km jeweils vier Stunden gebraucht habe. Aber immerhin gab es eine relativ direkte Verbindung ohne Umwege zu Bahnhöfen oder Ähnlichem, was für unser Dorf in dem pro Tag ein Bus nach Westen und einer nach Osten fährt nicht unbedingt selbstverständlich ist. Freitags wird sich allerdings der Luxus von zwei Bussen gegönnt ;), wodurch das Reisen entscheidend vereinfacht wird. Na ja aber so eine Situation gibts ja durchaus auch in vielen deutschen Dörfern und die Schulbusse hatte ich hier ehrlich gesagt auch nicht mitgezählt, da sie immer dann fahren, wenn ich arbeite. Im Prinzip gibts dann wahrscheinlich eher 4 Busse am Tag.

Nach diesem kurzem Exkurs über den finnischen Nahverkehr möchte ich aber wieder zum Wochenende zurückkommen. Kurz gesagt es war wunderschön. Samstag morgen haben wir erst schön gefrühstückt und waren dann ganz lange spazieren. Es war echt schön einfach mal wieder auf Deutsch ohne Nachdenken reden zu können. Der Ort war auch ganz nett, lag direkt am See  und hat mich von der Größe stark an Oldenburg erinnert. Die Geschäfte hatten aufgrund von Allerheiligen allerdings alle geschlossen. Das ist hier offizieller Feiertag wird aber am Samstag darauf begangen und nicht am  1.11. An diesem Tag werden dann an den Friedhöfen superviele Lichter angezündet, was wirklich schön aussieht und die Dunkelheit aufhellt, wohingegen ich in Deutschland manchmal das Gefühl hatte, dass in der Zeit vor Totensonntag die Dunkelheit regelrecht zelebriert wird.

Samstag nachmittag haben wir dann zu viert etwas gespielt und waren abends Pizza essen. Wir hatten ziemlich viel Spaß und es hat gutgetan mal wieder etwas mit einer Gruppe zu machen und dabei auch zu lachen. Mit meiner Mitbewohnerin verstehe ich mich zwar gut, aber wir sind beide eher ruhig und haben auch nicht so viel gemeinsam, wodurch wir nicht so viel Zeit miteinander verbringen, sondern eher für uns sind. Dazu kommt vielleicht noch, dass wir zwar nicht immer zusammen arbeiten, aber uns da zumindest immer sehen. Ich muss zugeben, dass ich dann manchmal auch ein bisschen Abstand brauche. Sonntag waren wir nach einem schönen Frühstück nocheinmal spazieren und gegen drei bin ich dann auch schon wieder nach Hause gefahren.

Die Woche drauf waren die "normalen" Schüler in den Ferien und in der Schule fanden verschiedene Kurse statt. Merve haben abwechselnd dort und in der Küche geholfen. Ich kann nun sagen, dass Geschirrspüler ausräumen nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten gehört, es gibt aber auch Schlimmeres.

Letztes Wochenende haben Merve und ich dann Popcorn in der Mikrowelle gemacht und zusammen einen Film angeguckt. Samstag sind wir dann mit einer unserer Support-Personen, die unserem Alter ist, und in ihrer Schwester nach Seinäjoki gefahren. Unterwegs haben wir dann gesehen, dass gerade eine Art Landmarkt stattfand, zu dem wir dann auch spontan gefahren sind. Dort gab es ziemlich viel Kunsthandwerk, Gestricktes  viele Essensstände, an denen man auch probieren konnte. Hinterher sind wir dann zum Essen und Shoppen in die Innenstadt gefahren. Außerdem waren wir noch in der Büchereri, die sich in einem ziemlich neuem Designbau befindet. Da es dort auch ziemlich viele deutsche Bücherei gibt, werde ich morgen mal ausprobieren, ob ich es schaffe in der Stunde, die ich samstags, wenn ich mit dem Bus fahre, in Seinäjoki Zeit habe, zur Bücherei und zurückzulaufen. Laut Googlemaps sind es 800 Meter, was eigentlich machbar ist.

In dieser Woche lief dann der normale Unterricht wieder an und bei einigen der Schüler habe ich mich richtig gefreut sie wieder zusehen. Eigentlich soll man ja keine Lieblinhe haben, aber mit Einigen kommt man einfach besser zurecht. ich hoffe aber, dass man das nach Außen nicht ganz so doll merkt. Aber ich bin diesbezüglich zuversichtlich

Sataa lunta, sataa vetta

Sonntag, 27.10.2013

 

In den letzten zwei Wochen hat das Wetter eine ziemliche Achterbahnfahrt veranstaltet, leider geht es zurzeit vor allem bergab. Vor zwei Wochen war es hier noch relativ sonnig Auf dem Weg zum Turmund ich habe den Sonntag dazu genutzt, zum Aussichtsturm zu gehen und Fotos zu machen. Nocheinmal der Turm Der Turm ist hier so etwas wie die absolute Hauptattraktion und tatsächlich recht sehenswert, da man einen ziemlich guten Ausblick über die Felder und einige Höfe hat. der TurmAußerdem gibt es dort noch eine Art Heimatmuseum, was bisher immer zu hatte. Das Museum, ein traditionelles HolzhausAber auch von Außen sieht das rote Holzhaus ziemlich schön aus. Daneben steht noch eine Art Scheune, wo im Sommer auch drin geschlafen wurde. Die Scheune Bei diesem Spaziergang habe ich mithilfe des Wörterbuches auch herausgefunden, das unser Dorf anscheinend aus Ostdorf, Westdorf, Mitteldorf und Kirchdorf besteht, wobei ich im Westdorf noch nie war. Das ist ziemlich weit weg und könnte auch schon wieder ein neues Dorf sein könnte. Alles in allem finde ich diese Aufteilung bei gerade mal 2000 Einwohnern doch recht beachtlich. So wirklich dicht gesiedelt wird hier nur im Zentrum, was aus Supermarkt, Schule, Bank, Tankstelle und Bücherei besteht. Nach diesen fast schon spätsommerlichen Tagen hat es vorletzte Woche angefangen zu schneien. Der Schnee ist nicht wirklich liegen geblieben, es war aber einige Tage lang ziemlich kalt und der Boden war meistens gefroren. Das Museum im Schnee Zum Glück sind meine Winterschuhe noch kurz davor angekommen. Vielen Dank nochmal an dieser Stelle. Leider war diese Winterzeit letzten Mittwoch dann vorbei, morgens hatten wir fünf Zentimeter Schneematsch und nachmittags hat es geregnet und so ist es bis auf wenige Ausnahmen auch geblieben. Jetzt wirkt alles so,wie der Herbst vorher beschrieben wurde und dank der Zeitumstellung wird es jetzt wohl auch gegen 17:30 dunkel. Zum Glück habe ich meistens gegen 14/15 Uhr Feierabend, so dass ich zumindest in der nächsten Zeit noch gut im Hellen Laufen gehen kann. Außerdem habe ich letzten Freitag tatsächlich den Fitnessraum der Schule ausprobiert, da er freitags im Gegensatz zu anderen Tagen recht früh frei ist. Ich muss allerdings sagen, dass ich irgendwie doch Sportarten bevorzuge, wo man läuft und nicht sitzt und an Gewichten zieht oder so, bin aber froh, dass ich für den Winter diese Möglichkeit habe.

Abseits des Wettergeschehens ist auch etwas passiert. Letztes Wochenende haben Merve und ich etwas unsere Länder vorgestellt. Samstag hatte Merve gekocht und Fotos von der Türkei gezeigt, Sonntag war ich dran. Ich habe erst Fotos von Deutschland und meiner Familie gezeigt, dann haben wir uns zu „Brüderchen, komm tanz mit mir“ bewegt, wobei mir etwas unklar ist, ob es allen gefallen hat. Zum Glück war noch eine Lehrerin dabei, die etwas übersetzen konnte. Anschließend habe ich noch Videos vom Kindervogelschießen und der Gilde gezeigt, und hoffe jetzt, dass hier niemand einen völlig falschen Eindruck von Deutschland hat. Aber irgendwie sind das für Oldenburg ja schon typische Feste.

Bei der Arbeit gibt es immer wieder super schöne Momente, vor allem, wenn man noch recht müde einen Jungen aufweckt und sich dann erst einmal die Hand gibt und sich förmlich einen guten Tag wünscht oder, wenn man spüren kann, wie sehr sich jemand freut, wenn sie für ihre neugeborene Nichte einen Bezug bedruckt. Viel Spaß bringt mir mittlerweile auch, wenn wir mittwochabends beim Koti-Ilta helfen und einfach Nägel lackieren, Fernsehen gucken oder Spazieren gehen.

Nächste Woche soll es hier einen Thementag 70er oder 80er Tage geben, da die Schule 40 Jahre alt wird. Allerdings weiß ich noch nichts genaues. Die Woche danach sind die Schüler in den Ferien, ich arbeite weiter, da hier dann Kurse für Familien angeboten werden. Auch da weiß ich noch nicht, was ich dann machen werde, aber ich lass mich einfach mal überraschen.

Freizeitmäßig habe ich mittlerweile etwas konkretere Pläne. Nächstes Wochenende werde ich eine andere deutsche Freiwillige besuchen, und freue mich drauf, mal etwas anderes zu sehen und auch mal mit anderen Menschen zu reden.

Ende November werde ich mich, wenn alles klappt, mit anderen Freiwilligen in Tampere treffen, sodass ich zumindest an den Wochenenden öfters mal etwas vorhabe.

Gestern war ich noch in Seinäjoki, Schuhe kaufen, da meine alten Turnschuhe Löcher in der Sohle haben. Zum Glück war gerade irgendein Schlussverkauf. Ich befürchte ich muss die Schuhe noch ein bisschen einlaufen.Heute morgen war ich Laufen und da gerade die Sonne scheint gehe ich vielleicht noch einmal raus. Interessant ist, dass viele Finnen tatsächlich gerne draußen sind und dass das nicht nur ein Klischee ist. Oft wird man auch von Wildfremden gegrüßt, was ich echt nicht gedacht habe, da einige Finnen sonst auch wirklich nicht so viel reden, was auch in meinem Fall wahrscheinlich auch an der Sprachbarriere liegt. Ich hoffe, das ganze ist jetzt nicht zu sehr chaotisch, ich hab einfach mal drauf los geschrieben.

 

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